Archiv rubriky: Deutsch

G20-Urteil, Appell ans ZDF, Zum Abschuss freigegeben

1. G20-Aufarbeitung: Urteil gibt Journalisten recht
(ndr.de, Caroline Schmidt)
Das Berliner Verwaltungsgericht hat zwei Journalisten Recht gegeben, denen 2017 beim G20-Gipfel in Hamburg plötzlich die Presseakkreditierung entzogen worden war. Der Verwaltungsakt sei rechtswidrig gewesen, es habe keine Voraussetzung für einen Widerruf der Akkreditierungen vorgelegen. Caroline Schmidt hat den bedenklichen Verstoß gegen die Pressefreiheit in einem Beitrag für das Medienmagazin „Zapp“ zusammengefasst.
Weiterer Lesehinweis: Die geheimnisvolle Festnahme: „Die Bundesregierung entzog »nd«-Redakteur Simon Poelchau die G20-Akkreditierung — auf falscher Grundlage“ (neues-deutschland.de, Sebastian Bähr).

2. Pressemitteilung: Deutsche Bildungslandschaft fordert Umdenken beim ZDF
(wikimedia.de)
Öffentlich-rechtliche Bildungssendungen und -inhalte sollten länger als fünf Jahre im Netz bleiben. Dies fordern die Bildungsgewerkschaft GEW, der Deutsche Bibliotheksverband und Wikimedia Deutschland in einem..

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Clickworker-Suchergebnisse, TikTok-„Tagesschau“, Hintergrundgespräche

1. Der selbstgebaute Algorithmus
(netzpolitik.org, Chris Köver)
Sind Googles Suchmaschinenalgorithmen wirklich objektiv und unbelastet von menschlichen Eingriffen, wie der Konzern gerne behauptet? Das „Wall Street Journal“ habe daran seine Zweifel und begründe dies mit einer aktuellen Recherche. Google habe in den vergangenen Jahren immer wieder bewusst Einfluss auf die Suchergebnisse genommen. Teilweise mit Unterstützung von mehr als 10.000 Hilfskräften, sogenannten „Clickworkern“, die mit dazu beitrügen, die Suchergebnisse „sauber“ zu halten.

2. Warum muss ich Sendungen bezahlen, wo Menschen in Kreuzfahrtschiffen um die Welt reisen?
(planet-interview.de, Jakob Buhre)
Jakob Buhre hat sich mit René Ketterer, einem der Betreiber des Forums „GEZ-Boykott“, unterhalten. Natürlich geht es um den Rundfunkbeitrag und das System des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, aber auch um vertrauenswürdige Medien, die derzeitige Rechtsprechung und Ketterers „Intervall-Boykotte“. „Planet Interview“-typi..

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Neues von Holger und Silke, Hassangriffe, Schalte im Funkloch

1. Wie eine Aussage über „berlin.de“ die Berliner Verwaltung aufschreckte
(tagesspiegel.de, Robert Kiesel)
Die Neu-Verleger Silke und Holger Friedrich („Berliner Zeitung“) machen erneut von sich reden. In der „Neuen Zürcher Zeitung“ ließen sie durchblicken, was sie für den „eigentlichen Schatz“ ihrer Firmenübernahme halten: die Mehrheitsrechte am Städteportal berlin.de. Holger Friedrich stellt sich die digitale Zukunft so vor: „Man lädt sich die App der Stadt herunter, scannt seinen Ausweis ein, dann wird in wenigen Sekunden verifiziert, ob das Dokument valide ist oder irgendetwas juristisch vorliegt. Als Nächstes wird die Steueridentifikationsnummer abgeglichen, auch die Rückmeldung erfolgt binnen Sekunden. Fertig.“ Friedrichs Aussagen stießen bei Datenschutzexperten und Behörden auf breite Ablehnung. Die Berliner Senatskanzlei reagierte umgehend: „Wir sind weit davon entfernt, einem privaten Unternehmen tiefere Einblicke in die sensiblen Daten der Berlinerinnen und Berliner zu gewähr..

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Deckname Bernstein, Ökomythen, Böhmermann und die Hohenzollern

1. Deckname Bernstein
(taz.net, Alexander Nabert & Daniel Kretschmar)
Bei der „Berliner Zeitung“ überschlagen sich derzeit die Ereignisse: Erst das wirre und umstrittene Manifest der neuen Verlagseigentümer, dann die Aufdeckung der Stasi-Tätigkeit und das Bekanntwerden von Interessenkonflikten von Neu-Eigentümer Holger Friedrich. Die „taz“-Redakteure Alexander Nabert und Daniel Kretschmar fassen den derzeitigen Erkenntnisstand zusammen.
Vertiefende Lesehinweise: Neuer Besitzer des Berliner Verlags spitzelte als IM für die Stasi (welt.de, Uwe Müller & Christian Meier) und „Berliner Zeitung“ veröffentlicht Jubelbericht über Firma — an der der Verleger beteiligt ist (spiegel.de, Stefan Berg & Sven Röbel).
Die „Berliner Zeitung“ hat auf die Vorwürfe mit einem Statement von Holger Friedrich und einem „In eigener Sache“ reagiert.

2. Wir haben uns entschlossen …
(twitter.com/kugelundniere)
Die Medientage in München haben ein Panel zum Thema Podcasts ausschließlich mit Männern besetzt. Ein Um..

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Ärger um „Podimo“, Mistiges Verhalten, Aus für „Familientragödie“

1. Podimo
(dervierteoffizielle.de, Axel Goldmann)
Das mit reichlich Start-up-Kapital ausgestattete Podcast-Unternehmen „Podimo“ hat weite Teile der deutschen Podcast-Community gegen sich aufgebracht, indem es sich ungefragt Tausende von Podcasts einverleibte. Als Antwort auf die Kritik verwies die sich selbst als „das Netflix für Podcasts“ preisende Audio-Plattform darauf, dass man sich ja per Opt-out-Verfahren abmelden könne. Eine Argumentation, die das Verhalten der Plattform in den Augen vieler Podcasterinnen und Podcaster nicht unbedingt besser machte. Podcaster Axel Goldmann hat sich den Fall genau angeschaut: Er erklärt die umstrittene Strategie des Unternehmens und rechnet die Kalkulation nach.
Weiterer Lesehinweis: Der Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht Stephan Dirks geht auf seinem Blog auf die juristischen Aspekte des Falls ein: Aufregung um Podcast-App #Podimo (dirks.legal).
Und wer sich an der Diskussion aktiv beteiligen (oder einfach nur mitlesen) will: Im Forum der P..

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Zum Abschied von Marion Horn

Marion Horn war nicht mal ein halbes Jahr im Amt, da zeigten sich selbst hartgesottene Islamhasser beeindruckt. So schrieb das Hetzportal „Politically Incorrect“ im März 2014 verblüfft:

Ja was ist denn in die BILD am SONNTAG (BamS) gefahren? (…) Gleich zwei mal packt das Springer-Blatt das heiße Thema Islam an – und zwar in einer Deutlichkeit, die es in sich hat.

Schon auf dem Titelblatt prangt die unmissverständliche Headline: „Islam-Rabatt für Jolins Mörder“. Ohne Fragezeichen!

Tatsächlich behauptete die „Bild am Sonntag“ gemeinsam mit den anderen „Bild“-Medien ohne Fragezeichen, in Deutschland gebe es einen „Islam-Rabatt“, also mildere Strafen vor Gericht, wenn es sich bei den Straftätern um Muslime handelt.

In Wahrheit kam eine Studie, die die „Bild“-Medien als vermeintlichen Beleg für den in Deutschland vorherrschenden „Islam-Rabatt“ anführten, sogar zum genau gegenteiligen Schluss: Deutsche Strafgerichte würden sogenannte Ehrenmörder „nicht milder als andere Beziehungstäter“ ..

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Juristische Keule gegen „Kontext“, Merkwürdiger Satz, NPD-Bedrohung

1. Wir schweigen nicht
(kontextwochenzeitung.de)
Als die „Kontext“-Redaktion aus Facebook-Chats eines Mitarbeiters von zwei AfD-Abgeordneten zitierte, wurde dies vielfach gelobt, weil die Zitate den Rassismus, den Antisemitismus und die Demokratieverachtung dieser Kreise offenlegten. Auch das Oberlandesgericht Karlsruhe habe „Kontext“ in dieser Sache vollumfänglich Recht gegeben. Doch nun wird die Redaktion erneut juristisch bedroht, mit einer 60.000-Euro-Schmerzensgeld-Forderung und einem sehr hohen Streitwert: „Wer den Streitwert in einem Presserechtsverfahren gegen eine spendenfinanzierte Zeitung auf 260 000 Euro veranschlagt, hat ein klares Ziel: eine kritische Stimme zum Schweigen zu bringen.“ „Kontext“ bittet daher um finanzielle Unterstützung durch Spenden: „Lassen Sie uns gemeinsam stark und laut sein gegen den Rechtsruck und dessen juristische Keule. Diesmal zielt sie auf uns. Gemeint sind wir alle.“

2. Kommentar: der wirklich ziemlich merkwürdige Satz des Holger Friedrich
(m..

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Ohne Verpixelung, mit Adresse

Vergangene Woche wurde ein Dreijähriger in Detmold erstochen, seine 15-jährige Halbschwester hat die Tat inzwischen gestanden. Die „Bild“-Medien berichten seitdem ausführlich über den Fall — und zeigen dabei ständig ein unverpixeltes Foto des getöteten Jungen. Sogar auf der Titelseite der Printausgabe vom vergangenen Freitag:

(Unkenntlichmachung durch uns.)

Auch in diversen Bild.de-Artikeln veröffentlichte die Redaktion das Foto ohne Unkenntlichmachung — alles für Klicks und Auflage, keine Spur von Rücksicht auf das Opfer und dessen Angehörige. Am Samstag zitierte „Bild“ eine Freundin der Mutter des Opfers: Die Mutter befinde sich derzeit in einer psychiatrischen Klinik. Auch das scheint für das Blatt kein Grund zur Zurückhaltung zu sein.

„Bild“ dürfte damit klar gegen den Pressekodex des Deutschen Presserates verstoßen. Kinder und Jugendliche sollen gerade in solchen Fällen geschützt werden, heißt es in Richtlinie 8.3:

Insbesondere in der Berichterstattung über Straftaten und Ungl..

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Frei drehende Algorithmen, Datenbombe TikTok?, Egal-Dilemma

1. Die Medien-Wende
(deutschlandfunk.de, Jörg Wagner, Audio: 6:18 Minuten)
Jörg Wagner erinnert mit Hörzitaten an die Wendezeit und den Weg des Journalismus nach dem Mauerfall: „Die Zensur wurde abgeschafft. Es folgte ein monatelanges Ringen um die Umgestaltung der DDR-Medien, bei der auch bundesdeutsche Politik und private Medien kräftig mitmischten. Doch davon war am 12. November 1989, vor 30 Jahren, nichts zu spüren. Man tanzte noch einen Traum.“

2. Verleger wundern sich …
(twitter.com/ralfheimann)
Verleger würden sich wundern, dass die Leute für ihren „Qualitätsjournalismus“ nicht zahlen wollen, dabei habe das konkrete Gründe, so der freie Journalist Ralf Heimann auf Twitter. Und Heimann liefert gleich ein konkretes Beispiel mit, woran das liegen könnte: Wenn eine Lokalzeitung zu einem brisanten Thema die Botschaft einer Pressemitteilung mehr oder weniger unhinterfragt und unkommentiert übernehme.

3. Facebook hält unsere Kritik am neuen Facebook-Logo für Clickbait
(jetzt.de, Simo..

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Hartz-IV-Empfänger gibt es bei „Bild“ nur in faul

Als vergangene Woche das Bundesverfassungsgericht entschieden hat, dass die bisherigen Hartz-IV-Sanktionen teilweise verfassungswidrig sind, und die Kürzungen zum Teil gegen die Menschenwürde verstoßen, legten sie bei „Bild“ los. Am Tag nach dem Urteil auf der „Bild“-Titelseite:

Einen Tag später an gleicher Stelle:

Und noch mal einen Tag später ein Nachklapp auf der Bild.de-Startseite:

Die Nachricht, die die „Bild“-Medien mit Nachdruck verbreiten: Faul, faul, faul sind sie, diese Hartz-IV-Empfänger. Dass es nur wenige Prozent von ihnen sind, die überhaupt sanktioniert werden — zum größten Teil übrigens wegen Terminversäumnissen und nicht, weil sie sich aus Faulheit weigern, eine Arbeit aufzunehmen –, schreibt selbst „Bild“. Und dennoch sind Hartz-IV-Empfänger auf „Bild“-Titelseiten zu 100 Prozent faul.

Als Beleg präsentiert die „Bild“-Redaktion den angeblich „faulsten Hartz-IV-Empfänger“ Deutschlands und dessen Tagesablauf. Wobei er so faul gar nicht sein kann, schließlich beziehe ..

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Verlogene Kampagne, Merkwürdiges Manifest, Poschardts lautes Servus

1. Print wirbt: Burdas verlogener Kampf für das gedruckte Wort
(uebermedien.de, Stefan Niggemeier)
Der Medienkonzern Burda hat eine Imagekampagne für das gedruckte Wort aufgesetzt, die fremdschämverdächtig zwischen Unverfrorenheit und Unverschämtheit mäandert. Ganz abgesehen von verstörend dümmlich klingenden Slogans und „interessanten“ Behauptungen (laut Burda sei Print auch digital …). Stefan Niggemeier schreibt über die Kampagne eines Medienkonzerns, der schon oft durch sein schäbiges Verhalten aufgefallen ist und nun von Menschenrechten und Werten schwadroniert. Und dafür allerlei Prominente bis hin zum Bundestagspräsidenten einspannt.

2. So viel, so schnell, um uns herum
(spiegel.de, Stefan Kuzmany)
Das merkwürdige Manifest der neuen Eigentümer von Berliner Verlag und „Berliner Zeitung“ Silke und Holger Friedrich beschäftigt weiterhin die Branche. Stefan Kuzmany kommentiert: „Jetzt gehört ihnen der Verlag und damit die Zeitung, und man darf annehmen, dass das der einzige Grund da..

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Boni trotz Job-Kahlschlag: Die Springer-Sauerei!

Mit dem geplanten Einstieg des US-Finanzinvestors Kohlberg Kravis Roberts (KKR) hat der Axel-Springer-Verlag massive Veränderungen im Unternehmen angekündigt. So sind Kosteneinsparungen von 50 Millionen Euro geplant, wie Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner erklärte, dafür sollen unter anderem Arbeitsplätze in Redaktion und Verlag gestrichen werden.

Für den Vorstand selbst scheint aber noch jede Menge Geld da zu sein. Unter der Überschrift „Üppige Vorstandsboni trotz Sparkurs“ schreibt Markus Wiegand, Chefredakteur des Branchendienstes „Kress Pro“:

In den fünf Jahren zwischen 2014 und 2018 entlohnte Axel Springer seine Vorstände (inkl. Pensionszusagen) mit insgesamt 115,6 Millionen Euro. Noch nicht enthalten sind in der genannten Summe Bonuszahlungen über Aktienoptionsprogramme (im Fachjargon Long-Term Incentive Plan), die Springer aufgelegt hat. Die Auszahlung ist an eine Reihe von Bedingungen gekoppelt. Am wichtigsten ist der Anstieg der Marktkapitalisierung (also des Aktienkurse..

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