Archiv rubriky: Deutsch

Den Mond ganz schön voll genommen

Eigentlich hatten sie ja ziemlich Großes vorgehabt, die Leute bei „Bild“:

Am 20. Juli 2019 wird BILD mit einem Themenspezial zum 50ten Jahrestag der ersten bemannten Mondladung nicht nur an die spektakulären Momente erinnern, sondern vor allem den Blick in die Zukunft richten.

… versprach der Axel-Springer-Verlag vor einigen Wochen in einem PDF, das potenzielle Werbekunden für die „Mond-BILD“ anlocken sollte. Sogar mögliche Themenideen gab es schon:

Und natürlich die möglichen Anzeigenformate:

Gestern war es dann so weit. Oder sagen wir: wäre es so weit gewesen. Denn von der groß angekündigten „Mond-BILD“ war nicht viel zu sehen.

Bloß die „Bild“-Titelseite von damals („Legendär!“) und im Innenteil ein Interview mit dem Verbindungssprecher der ersten Mondlandung. Ansonsten: zappenduster.

Offenbar fanden die Werbekunden die Idee dann doch nicht so pralle. (Tatsächlich findet sich in der Ausgabe nicht eine einzige Anzeige.)

So ein Pech aber auch! Dabei hätte es doch wirklich so vi..

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Hetze ohne Spendenquittung, AfD-Rückwärtsrudern, Fremdschämen

1. Hetze ohne Spendenquittung
(zeit.de, Christian Fuchs)
Das rechtspopulistische Blog „Journalistenwatch“ muss in Zukunft ohne steuerliche Vorteile hetzen: Das Finanzamt Meißen hat dem Trägerverein die Gemeinnützigkeit entzogen. Christian Fuchs erklärt als Kenner der Materie (aktuelles Buch: „Das Netzwerk der Neuen Rechten“) die Hintergründe.

2. Die neuesten Zeitungs-Auflagen der IVW: „Bild“, „Welt“ und „BamS“ im freien Fall, „SZ“, „taz“ und „Zeit“ weitgehend stabil
(meedia.de, Jens Schröder)
Inmitten all der schlechten Nachrichten gibt es auch Erfreuliches zu berichten: Die verkaufte Auflage der „Bild“-Zeitung ist über das vergangene Jahr um 9,9 Prozent zurückgegangen, die „Bild am Sonntag“ liegt 9,8 Prozent unter dem Vorjahr. Diese und viele andere Zahlen verrät Jens Schröder in seinem aktuellen Auflagen-Report bei „Meedia“.

3. Das sind die abenteuerlichsten Rechtfertigungen der AfD
(tagesspiegel.de, Sebastian Leber)
Es ist ein wiederkehrendes Muster: Zunächst machen AfD-Vertreter ..

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„Sehr brutal“ spekuliert

Eigentlich dachten wir, die unsägliche Diskussion, ob Computerspiele Jugendliche zu „Killern“ machen, wäre überstanden. Doch es gibt sie in gewisser Weise immer noch, jedenfalls den Gedanken dahinter.

Gestern brannte ein Zeichentrickfilmstudio im japanischen Kyoto, mindestens 33 Menschen kamen dabei ums Leben. Es handelt sich offenbar um Brandstiftung — ein 41-jähriger Mann hat nach Angaben der Polizei die Tat gestanden.

Welt.de berichtet unter anderem mit einem Video über den Vorfall. In dem 42-Sekunden-Clip sagt die Sprecherin:

Das Filmstudio produziert Manga-Serien für junge Menschen. Diese Filme sind teils sehr brutal. Möglich, so sagen Kenner, dass der Täter sich davon beeinflussen ließ.

Nun hätten diese „Kenner“ der Redaktion erstmal erklären können, dass man bei japanischen Zeichentrickfilmen von Animes spricht und nicht von Mangas, was Comics sind.

Aber vor allem: Was soll dieses eklige Spekulieren? Als gäbe es bisher mehr als vage Gerüchte zum Motiv (und diese haben nicht..

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Wann ist man für „Bild“ ein „Deutscher“?

Es gibt Neues vom „Bild“-Verteidiger Ernst Elitz.

Nachdem BILD über eine mutmaßliche Vergewaltigung auf Mallorca berichtete, erhielt ich eine Vielzahl von Briefen, in denen sich Leser hasserfüllt darüber beschwerten, dass die Verdächtigen als „Deutsche“ bezeichnet wurden — obwohl Namen und Aussehen auf einen Migrationshintergrund hindeuteten.

Meine Antwort: „Die Redaktion kann den Verdächtigen nicht die deutsche Staatsbürgerschaft aberkennen.“ Es ist nicht ihr Auftrag, die Herkunft von Menschen, über die sie berichtet, über möglichst viele Generationen zurückzuverfolgen. Wer einen deutschen Pass hat, ist ein Deutscher — auch wenn das nicht allen passt.

Für „Bild“ zählt also nicht die Herkunft eines Menschen, sondern einzig und allein sein Pass?

Bullshit.

Erst vor gut einer Woche berichtete Bild.de über die mutmaßliche Vergewaltigung eines Mädchens in Herne:

Zu den Tatverdächtigen schrieb die Redaktion:

Die Tatverdächtigen sind libanesischer Herkunft, haben aber auch einen deutsc..

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Was kümmert sie der Funken Stolz von gestern?

Stellen wir uns mal kurz vor, die Nikolaus Blomes und die Ralf Schulers von „Bild“, die als Politik- und als Parlamentsbürochefs den politischen Kurs des Blatts maßgeblich prägen, säßen im EU-Parlament und hätten am Dienstag darüber abstimmen können, ob Ursula von der Leyen neue Kommissionspräsidentin werden soll. Wie hätten sie sich wohl entschieden? Hätte sie für von der Leyen gestimmt und damit bei diesem „Eurokraten-Monster mit undurchsichtigen Strukturen und Hinterzimmer-Klüngeln“ (Schuler) mitgemacht? Hätten sie „den Brüsseler Posten-Poker“ (Schuler), dieses „irre“ (Schuler) „Posten-Billard über alle erdenklichen Banden“ (Schuler) einfach so hingenommen?

Oder hätten sie das „unwürdige Gezerre im EU-Rat“ (Schuler) nicht akzeptiert? Hätten sie sich daran erinnert, dass das „anders versprochen“ (Blome) war? Dass das „so nicht“ (Blome) geht? Hätten sie als Europa-Parlamentarier „einen Funken Stolz“ (Blome) gehabt und „Nein“ gesagt? „Aus Prinzip“ (Blome)? „Aus Selbstachtung“ (Blome)?..

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Razzia bei „Öko-Test“, Mit Rechten reden?, FaceApp in der Kritik

1. „Arglistig getäuscht“
(sueddeutsche.de, Christoph Giesen & Klaus Ott)
Verantwortliche des zur Medien-Holding der SPD gehörenden Verbraucher­magazins „Öko-Test“ stehen unter dem Verdacht, im Zusammenhang mit einer Expansion nach China Firmengelder in Millionenhöhe veruntreut zu haben. Die Verdachtsmomente wiegen so schwer, dass bei einer Razzia mehr als 40 Beamte zum Einsatz kamen. Die „Süddeutsche Zeitung“ erzählt die ganze Geschichte, die sich streckenweise wie ein Medienkrimi liest.

2. Digitaler Helpdesk für Medienschaffende
(reporter-ohne-grenzen.de)
Reporter ohne Grenzen startet einen digitalen Helpdesk mit Informationen zu Themen wie Verschlüsselung, Anonymisierung und Account-Sicherheit sowie dem professionellen Umgang mit Hassrede und Falschnachrichten. Ein Angebot, dass der ROG-Geschäftsführer für unbedingt erforderlich hält: „Digitale Gefahren gehen in der journalistischen Arbeit längst einher mit physischen Bedrohungen. Dennoch wissen viele Journalistinnen und Journaliste..

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Kann Kramp-Karrenbauer jetzt ohne Wahl Kanzlerin werden?

Annegret Kramp-Karrenbauer ist seit heute Verteidigungsministerin, und diese Berufung sei laut „Bild“-Medien für Bundeskanzlerin Angela Merkel „ein unschätzbarer Vorteil“. Denn …

Denn: Sollte Merkel jetzt als Kanzlerin zurücktreten, können die Amtsgeschäfte vom Bundespräsidenten einem Kabinettsmitglied übertragen werden. Kramp-Karrenbauer, die kein Bundestagsmandat hat, könnte auf diesem Wege Kanzlerin der GroKo werden, ohne dass Neuwahlen oder eine Nachwahl mit Hilfe der SPD nötig wären.

Das ist Unsinn.

Sollte die Bundeskanzlerin zurücktreten, muss ein neuer Kanzler beziehungsweise eine neue Kanzlerin vom Bundestag gewählt werden. Bis das soweit ist, kann der Bundespräsident laut Artikel 69 Absatz 3 des Grundgesetzes die Bundeskanzlerin „ersuchen“, die Geschäfte bis zur Ernennung eines Nachfolgers selbst weiterzuführen. Dazu wäre die Kanzlerin „verpflichtet“. Wäre das objektiv betrachtet nicht möglich, etwa weil die Kanzlerin gestorben ist, würde ihr Stellvertreter die Geschäfte we..

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Wahlkampf für von der Leyen: Vom „Desaster“ zu „JA, JA, JA, URSULA!“

Die Empörung war dermaßen groß bei „Bild“, dass sie sich direkt an die Kanzlerin wandten:

Die Nominierung Ursula von der Leyens zur „Königin Europas“ (F. J. Wagner) sei ein „Desaster“, schrieb „Bild“. Und Ralf Schuler, Leiter der Parlamentsredaktion von „Bild“, schnaubte: „GetEUscht“ schreibt man jetzt mit EU!

„Ihr Sieg für Deutschland ist eine Niederlage für Europa!“, schrieb Schuler:

Wenn das EU-Parlament dieses Klüngel-Karussell akzeptiert, kann es als Volksvertretung dichtmachen.

„Das geht so nicht“, kommentierte auch der stellvertretende „Bild“-Chefredakteur Nikolaus Blome: „Wenn das Europa-Parlament einen Funken Stolz hat, sagt es Nein. Aus Prinzip. Aus Selbstachtung.“

Die Nominierung von der Leyens werde sich „so oder so rächen“, legte er im Wochenblatt „Bild Politik“ nach:

Wer zu Ende denke, was da in Brüssel passiert sei — „der muss es sogar mit der nackten Wut kriegen. Ursula von der Leyens Nominierung durch die 28 Staats- und Regierungschefs annulliert de facto die E..

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Polizei als Quelle, AfD vs. Restle, Netflix entfernt Suizid-Szene

1. „Keine per se seriöse Quelle“
(taz.de, Michael Kees)
Die Polizei sei keine per se seriöse Quelle, Pressestellen der Polizei hätten gar kein Interesse daran, neutral zu berichten … Was sich wie Aussagen von Aktivisten und Antifa anhört, stammt vom Sprecher der Bundesarbeitsgemeinschaft kritischer Polizistinnen und Polizisten. Journalistinnen und Journalisten sollten bei Schilderungen der Polizei besonders misstrauisch sein: „Sie können eigentlich nie etwas für bare Münze nehmen.“
Nachtrag: Der von der „taz“ interviewte Sprecher der Bundesarbeitsgemeinschaft kritischer Polizistinnen und Polizisten scheint ein fragwürdiger Interviewpartner sein. Thomas Wüppesahl wurde wegen eines Versuchs der Beteiligung an einem Raubmord und wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz rechtskräftig verurteilt. Daraufhin wurde er aus dem Polizeidienst entlassen. Die Bundesarbeitsgemeinschaft kritischer Polizistinnen und Polizisten soll laut Wikipedia nur aus zwei Personen bestehen.

2. Anmerkungen zu un..

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Enthemmter Maaßen, Gabalier, „Manipulationsmaschine“ Smopo

1. Der enthemmte Maaßen zeigt, wie gefährlich der Verfassungsschutz ist
(netzpolitik.org, Markus Reuter)
Wer sich das Tweetverhalten des ehemaligen Verfassungsschutzpräsidenten Hans-Georg Maaßen ansieht, kommt aus dem Staunen nicht raus. Maaßen agiert dort wie ein rechter Troll — oder um es in den Worten von Markus Reuter zu sagen: „Maaßen ist der geheimdienstgewordene Sarrazin der Christdemokraten, der Matussek unter den Schlapphüten, eine Erika Steinbach mit Nickelbrille.“ Reuter weist mit Beispielen nach, dass Maaßen nicht erst nach seinem Abgang aus dem Amt zum strammen Rechten wurde. Sein Resümee: „Die Vorgänge um Hans-Georg Maaßen führen ein weiteres Mal vor Augen, dass der sogenannte Verfassungsschutz die gefährlichste Behörde des Landes ist: Sie will auf dem rechten Auge nicht nur nichts sehen, sondern ist aktiv in die Unterstützung rechter Strukturen und in die Morde des NSU verstrickt. Sie ist ein Instrument zur Diskreditierung aller möglichen politischen Strukturen — nur geg..

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Die alten Leute von Welt.de waren sehr respektlos

In einem Interview mit „Welt am Sonntag“ antwortete der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann auf die Frage, ob der Dialog mit Fridays For Future klappe:

„Wir hatten eine Gruppe hier zur Diskussion. Die jungen Leute waren schon sehr selbstbewusst und respektlos, was ja ganz in Ordnung ist.“

Dieser Halbsatz hinter dem Komma, „was ja ganz in Ordnung ist“, ist für das Verständnis von Kretschmanns Aussage von zentraler Bedeutung. Ohne ihn klänge es so, als würde der Grünen-Politiker die jungen Aktivistinnen und Aktivisten für irgendein despektierliches Verhalten kritisieren. Mit ihm klingt es deutlich anerkennender. Oder anders gesagt: Ließe eine Redaktion in ihrer Berichterstattung den Halbsatz einfach weg, würde sie Kretschmanns Aussage deutlich verfälschen.

Bei Welt.de haben sie sich auf ihrer Jagd nach Clicks fürs Verfälschen entschieden (und das „selbstbewusst“ gleich auch noch rausgestrichen):

Dieses entstellende Kürzen von Kretschmanns Äußerung kritisiert..

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Beliebte „Bild“-Methode

Mit der Arbeit „unserer Landeschefs“, wie Bild.de sie nennt, sind ziemlich viele Leute ziemlich zufrieden, das ergab jedenfalls eine Forsa-Umfrage im Auftrag von RTL und n-tv, in der es um die Zufriedenheit mit der Arbeit der Ministerpräsidenten und Ministerpräsidentinnen der einzelnen Bundesländer geht.

Demnach sind in zehn Bundesländern die Befragten mehrheitlich „zufrieden“: in Baden-Württemberg mit Winfried Kretschmann, in Schleswig-Holstein mit Daniel Günther, in Niedersachsen mit Stephan Weil, in Hamburg mit Peter Tschentscher, in Thüringen mit Bodo Ramelow, in Hessen mit Volker Bouffier, in Rheinland-Pfalz mit Malu Dreyer, in Sachsen mit Michael Kretschmer, in Bayern mit Markus Söder und im Saarland mit Tobias Hans. In fünf Bundesländern sind die Befragten hingegen mehrheitlich „unzufrieden“: in Mecklenburg-Vorpommern mit Manuela Schwesig, in Brandenburg mit Dietmar Woidke, in Nordrhein-Westfalen mit Armin Laschet, in Sachsen-Anhalt mit Reiner Haseloff und in Berlin mit Michael..

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