Ausriss Bild Politik - Sind Klimaschutz-Demos zu radikal?

… fragt die Redaktion des Wochenmagazins „Bild Politik“ in ihrer aktuellen Ausgabe. Und gibt darauf gleich zwei Antworten: Filipp Piatov findet: „JA“, Anna Essers schreibt: „NEIN“. Aber ob nun Pro oder Contra — der Ton werde auf jeden Fall „radikaler“, so „Bild Politik“ und Bild.de schon im Teaser:

Studentin Luisa Neubauer, 23 Jahre alt, Bachelor-Studentin an der Uni Göttingen, vertritt die Bewegung [Fridays For Future] in Deutschland. Auf Twitter schrieb sie zu den Rekord-Temperaturen: „Diese Hitze tötet.“ Sie hält zivilen Ungehorsam für legitim und fordert ein Umsteuern in der Umweltpolitik mit „Worte und Taten“.

Im direkt anschließenden Absatz ist die Redaktion dann schon nicht mehr bei Fridays For Future (FFF), sondern bei der nächsten Klimabewegung, Extinction Rebellion (XR), angekommen. Wobei diese Gruppen laut „Bild Politik“ und Bild.de ja sowieso eigentlich alle ganz eng zusammenhängen und voneinander abstammen:

Genau das propagiert auch der aus „Fridays for Future“ hervorgegangene Arm der Bewegung, „Extinction Rebellion“, kurz „XR“. Aktivisten von „XR“ fordern radikale Maßnahmen, unter anderem, um den Ausstoß an klimaschädlichem Kohlendioxid (CO2) binnen fünf Jahren auf null zu senken.

Das ist falsch. Extinction Rebellion ist kein „Arm“ von Fridays For Future.

XR ist unabhängig von der Freitagsdemo-Bewegung im Oktober vergangenen Jahres in Großbritannien entstanden und hat sich dann schnell international ausgebreitet. Auch in Deutschland haben sich Protestgruppen gebildet. Mit Fridays For Future hat Extinction Rebellion nur insofern zu tun, als dass die Mitglieder ähnliche Ziele verfolgen, sich somit politisch nahestehen und immer wieder die Veranstaltungen der jeweils anderen Bewegung besuchen. Es handelt sich aber nicht um eine FFF-Splittergruppe.

Das haben sie bei Bild.de dann auch irgendwann gemerkt und den fraglichen Absatz zu XR einfach gestrichen — klammheimlich und ohne irgendeinen Hinweis auf den Fehler.

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