1. Ein anderer Aus­schnitt macht noch kein anderes Bild
(lto.de)
Dazu gehört schon eine Menge Dreistigkeit: Obwohl es „Bild“ gerichtlich untersagt wurde, das Foto einer „G20-Plünderin“ zu zeigen, druckte das Blatt ein sehr ähnliches Foto erneut ab und titelte frech: „Bild zeigt die Fotos trotzdem — Gericht verbietet Bilder von G20-Plünderin“. Die Uneinsichtigkeit kostet „Bild“ ein nun auch vom Oberlandesgericht Frankfurt bestätigtes Ordnungsgeld in Höhe von 50.000 Euro.

2. Deutscher Reporter in Haft: Kaum Solidarität mit Billy Six
(uebermedien.de, Boris Rosenkranz)
Seit zweieinhalb Monaten sitzt der für rechte Medien arbeitende, deutsche Journalist Billy Six in Venezuela im Gefängnis. Gab es bei der Inhaftierung von Deniz Yücel noch Auto-Korsos, Soli-Konzerte, Titelseiten, Zeitungsanzeigen und Aufrufe von Politikern, Künstlern, Intellektuellen, herrscht bei Billy Six ziemliche Stille. Boris Rosenkranz erklärt, warum der Fall Six dem Fall Yücel ähnelt und warum doch alles etwas anders ist.

3. Warum „Bild Politik“ zum Flop werden könnte
(haz.de, Imre Grimm)
Der Verlag Axel Springer wirft ein neues wöchentliches Heft auf den Markt: Die am Freitag erscheinende, 50 Seiten starke und 2,50 Euro teure „Bild Politik“. Imre Grimm fragt sich, ob sich der Verlag mit „Bild Politik“ und der „Bild“-Zeitung nicht selbst kannibalisieren könnte. Und ist auch ansonsten skeptisch, was den Erfolg von Springers Polit-Postille anbelangt: „Wenn aber „Bild“ und „Bild am Sonntag“ mit ihrem streitlustigen Journalismus schon derart rasant an Zuspruch verlieren — wen genau will „Bild Politik“ dann mit seiner sanfteren Spielart der Politemotion erreichen? Gefühle und Fakten? Mit dem Grundsatz „Fakten, Fakten, Fakten — und immer an die Leser denken“ sind schon ganz andere gestartet. Und inzwischen tief in der publizistischen Irrelevanz versackt.“

4. Wie westliche Journalisten über Afrika berichten
(de.ejo-online.eu, Johanna Mack)
Ist die Afrikaberichterstattung westlicher Medien tatsächlich undifferenziert, einseitig und eurozentrisch, wie es oft heißt? Ein Wissenschaftler der Stanford University ist dieser Frage nachgegangen und hat dazu 282 Artikel aus acht britischen und französischen Zeitungen untersucht.

5. Spezialisierte Newsletter als Einnahmequelle
(deutschlandfunk.de, Grit Eggerichs, Audio: 5:41 Minuten)
Der „Tagesspiegel“ hat eine neue Einnahmequelle entdeckt: Spezialisierte Newsletter, die sich an Politiker, Unternehmer und Entscheider richten. Grit Eggerichs hat sich die Idee genauer angesehen und geht dabei auch auf die „Politico“-Newsletter ein, die in Europa von etwa 45.000 Abonnenten gelesen werden.

6. Was Relotius uns noch zu sagen hätte
(faz.net, Anna-Lena Ripperger)
Marie Kilg hat einen Twitter-Bot gebaut, der den Reportage-Stil des ehemaligen „Spiegel“-Redakteurs Claas Relotius parodiert. Im Interview mit der „FAZ“ spricht sie über die Funktionsweise von @ROB0TIUS und ihre Beweggründe bei dem Projekt: „Ich will mit den Bots, die ich mache, zeigen, dass sie nicht nur für russische Propaganda gut sind, sondern dass sie auch witzig sein können.“